Geschichte des Strafbocks

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Früher Folterinstrument, heute Lustspender: Der Strafbock

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Strafböcke wurden bereits im Mittelalter zur Züchtigung eingesetzt. Häufig werden sie auch als Prügelbock bezeichnet. Diesen eigentlich unrühmlichen Namen verdanken sie ihrem damaligen Sinn und Zweck. Wenn Du an einen Strafbock denkst, verbindest Du dies wahrscheinlich mit Lust und Erregung. Doch Prügelböcke hatten lange Jahre ein anderes, deutlich schlechteres Image.

Die Bestrafung verlief oft tödlich

Die Prügelstrafe – vollzogen auf einem Strafbock zum Beispiel mit Peitschen, Gärten oder Stöcken – war eine gefürchtete und qualvolle Züchtigungsmaßnahme. Wo heute eine Domina lustvolle Schläge auf  Hintern und Oberschenkel ausführt, wurde früher hemmungslos drauf losgeprügelt. Zwar wurde die Anzahl der Schläge meist durch ein Urteil festgelegt, doch das extrem harte Zuschlagen rief Verletzungen hervor, die sogar zum Tode des Verurteilten führen konnten. Im günstigsten Fall kam man mit blutenden Striemen davon. Oft war das menschliche Gewebe von den Schlägen so sehr gequätscht und malträtiert, dass sich die Wunden entzündeten und der Delinquent elendig dahin siech. Häufig mussten Sklaven auf Strafböcken leiden. Oft wurde die Prügelstrafe auch für kleinste Vergehen ausgesprochen.

Wann genau der erste Strafbock der Geschichte zum Einsatz kam ist nicht übermittelt. Sicher ist jedoch, dass nahezu allen Kulturen seit den Römern Strafböcke zur Strafung von Verurteilten eingesetzt wurde.

Die Strafböcke waren generell aus Holz gebaut und wurden so konstruiert, dass sich der Verurteilte auf den Bock legen musste. Und zwar so dass Rücken, Gesäß und Oberschenkel des Delinquenten frei lagen und gut zugänglich für strafende Schläge waren. Häufig hatten die Strafböcke die ungefähre Form eines Pferderückens. Aber auch nach unten gewölbte Liegeflächen wurden gebaut.

Der Sinn dahinter war, dass man die Schläge präzise platzieren konnte und der Delinquent eine unterwürfige Position einnehmen musste. Außerdem konnte man den Veruteilten auf diese Weise leicht fixieren (zum Beispiel mit Lederriemen), damit er bei den schmerzhaften Schlägen nicht zappeln oder ausweichen konnte.

Der Strafbock hat mehrere Jahunderte überdauert. Heutzutage kommt er – und das ist gut so – ausschließlich im SM-Bereich zum Einsatz. Und hier auch nicht mit der Absicht, gefährliche Verletzungen hervorzurufen, sondern um einen (oder mehrere) wohlige Lustschauer über den Rücken laufen zu lassen.

Seit 1948 wird die Prügelstrafe der Folter zugerechnet und ist durch die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” verboten. Dort heißt es: “Niemand darf der Folter oder grausamer oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden”.

Gesetzlich verordnetes Spanking

Unglaublich aber wahr: Trotz dieser weltweiten Regelung existierten in der englischen Justiz bis 1948 und auf der Isle of Man sogar bis 1976  Strafböcke – das ist gerade einmal knapp 35 Jahre vorrüber! Vielleicht ärgert sich ja jetzt der ein oder andere, dass er nicht vor 1976 auf der Isle of Man einen kleinen Rechtsbruch begangen hat…

Ein Strafbock, der extra für SM-Spiele gefertigt wird, hat meist einige Annehmlichkeiten, die ein Prügelbock der letzten Jahrhunderte nicht besaß. So gibt es Prügelböcke mit gepolsterten und verstellbaren Auflagen, die eine längere Verweildauer auf dem Bock ermöglichen. Zusätzlich sind die meisten Strafböcke mit pflegeleichten und leicht zu reinigenden Materialien, wie zum Beispiel Kunstleder bezogen. Aber es gibt selbstverständlich auch Strafböcke für Puristen, die stark an mittelalterliche Prügelböcke erinnern und jeglichen Komfort vermissen lassen.

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Was einen guten Strafbock ausmacht, erfährts Du hier

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